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  • Pilotanlage produziert erstmals Massenstahl aus HIsarna Eisen

    16 Jul 2013 | Trade News

    Bei einem Testdurchlauf auf einer Pilotanlage auf dem Werksgelände von Tata Steel in IJmuiden, Niederlande, konnte Ende Juni erstmals handelsüblicher Massenstahl aus einer Charge flüssigen HIsarna Eisens hergestellt werden.

    Bei der HIsarna Technologie handelt es sich um ein Verfahren zur Herstellung von flüssigem Eisen, das Kraftwerkskohle und feine Eisenerze einsetzt. Der Prozess kommt ohne Verkokung und Erzverdichtung aus, wodurch der Ausstoß von Kohlendioxid nachhaltig reduziert wird. Der einmonatige und bisher dritte Test der Versuchsreihe wurde von ULCOS durchgeführt, einem Konsortium der europäischen Stahlindustrie, dem auch Tata Steel angehört. ULCOS steht für „Ultra-Low CO2 Steelmaking”, also für extrem CO2-arme Stahlerzeugung.

    Der am 28. Mai 2013 begonnene und nun erfolgreich abgeschlossene Versuch hatte zum Ziel, das wegweisende HIsarna Verfahren in der Pilotanlage umzusetzen: In zwei- bis dreitägigen Phasen wurde kontinuierlich Eisen produziert und verschiedene Kohle- und Erzsorten getestet. Abschließend steht noch ein weiterer Testlauf aus, der die Versuchsreihe vollendet und darüber Aufschluss geben soll, ob sich das HIsarna Verfahren für die Erzeugung von Eisen auf Pilotniveau eignet. Die theoretische Kapazität der Versuchsanlage ist zunächst auf 60.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt.

    Dr. Karl Köhler, Managing Director und Chief Executive Officer von Tata Steel in Europa, sagte: „Der HIsarna Testdurchlauf ist ein beachtlicher Erfolg für ULCOS. Ich gratuliere allen Beteiligten zu den Ergebnissen ihrer harten Arbeit und technischen Expertise. Initiativen wie diese zeigen eindrucksvoll das Innovations- und Nachhaltigkeitspotenzial der Stahlindustrie. Sie sind auch ein konkreter Beleg dafür, wie die Branche auf die Herausforderungen des Klimawandels reagiert.“

    Die neue Technologie wurde im Rahmen des ULCOS Programms teilweise bei Tata Steel in IJmuiden entwickelt und gilt als eine der weltweit aussichtsreichsten Initiativen, um Kohlendioxid-Emissionen bei der Stahlerzeugung in erheblichem Maße zu reduzieren. Europäische Stahlhersteller, die Bergbauunternehmen Rio Tinto (deren HIsmelt Technologie in HIsarna enthalten ist) und LKAB sowie verschiedene Forschungsinstitute haben ihre Kräfte in diesem Projekt vereint. Finanziell wird HIsarna auch durch die Europäische Union und das niederländische Wirtschaftsministerium unterstützt. Trotz des Erfolgs bei der Produktion von HIsarna Eisen sind noch weitere Arbeiten erforderlich, bevor die Technologie für den kommerziellen Betrieb in Betracht kommt. Diese Arbeiten schließen die sehr kostspielige und finanziell bisher noch nicht geförderte Demonstrationsphase ein.

    Koen Meijer, Leiter des internationalen HIsarna Projektteams bei Tata Steel, sagte: „Theoretisch bringt das Verfahren das Potenzial mit, die Emissionen aus der Stahlerzeugung um 20 Prozent zu verringern. Es werden aber mindestens zehn weitere Jahre vergehen, bevor es für Stahlhersteller realistisch ist, über die Einführung dieser Technologie nachzudenken.“

    Tim Morris, Head of Public Affairs bei Tata Steel in Europa, sagte: „Wenn die europäische Stahlindustrie erfolgreich eine fortschrittliche Technologie zur kohlenstoffarmen Erzeugung von Eisen entwickeln soll, sind günstigere gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich. Voraussetzung dafür ist eine vernünftige Gesetzgebung, die bahnbrechende aber investitionsintensive Initiativen wie HIsarna unterstützt sowie ein regulatorischer Rahmen mit realistischen Zielen. Insbesondere müssen die europäischen Gesetzgeber dringend ihre unerfüllbaren Forderungen überdenken, die sie einer Branche auferlegen, die die Basis für die verarbeitende Industrie in Europa darstellt.“

    Dass die Emissionsziele der Europäischen Kommission für die Stahlindustrie das technisch Realisierbare deutlich übersteigen, belegen auch die Forschungsergebnisse, die am 04. Juli durch Eurofer* veröffentlicht wurden.

    Kontakt für weiterführende Informationen:
    Bob Jones: +44 (0)207 717 4532, bob.jones@tatasteel.com
    Ingo Trenkner, pr people: +49 (0)208 29 99 33 13, i.trenkner@pr-people.de

    Hinweis:
    * Eurofer, der Wirtschaftsverband der europäischen Eisen- und Stahlindustrie, hat am 04.07.2013 die „Steel Roadmap for Low Carbon Europe 2050“ veröffentlicht. www.eurofer.eu

    Über Tata Steel in Europa
    Tata Steel ist der zweitgrößte Stahlproduzent in Europa. Mit den wichtigsten stahlproduzierenden Standorten in Großbritannien und den Niederlanden liefert das Unternehmen Stahl und begleitenden Service für die weltweit führenden Märkte der Bau-, Automobil-, Verpackungs-, Hebe- und Förder-, Energie- und Luftfahrtindustrie. Die Tata Steel Gruppe ist mit einer durchschnittlichen Produktionskapazität von jährlich mehr als 28 Millionen Tonnen Rohstahl sowie rund 80.000 Mitarbeitern auf vier Kontinenten einer der weltweit größten Stahlproduzenten. www.tatasteeleurope.com

    Über ULCOS
    ULCOS steht für Ultra-Low Carbon Dioxide (CO2) Steelmaking, also die Verringerung von CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung. 48 Unternehmen und Organisationen aus 15 europäischen Ländern haben sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Dazu gehören alle führenden Stahlunternehmen der Europäischen Union, Partner der Energie- und Bauwirtschaft, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission gefördert. Ziel ist eine Reduzierung des Kohlendioxid (CO2)-Ausstoßes um mindestens 50 Prozent gegenüber den gegenwärtig effektivsten Technologien. www.ulcos.org/de