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  • USA: das Eis umschiffen

    20 Feb 2015

    Als globaler Stahlhersteller beliefert Tata Steel seine Kunden in der ganzen Welt. Worin die Heraus-forderungen von Lieferungen nach Nordamerika liegen und wie man diese bewältigen kann, erklären Ronald de Haan, Commercial Manager bei Tata Steel, und Mike Nightingale, Head of Logistics bei Tata Steel.

    Wie lang beliefert Tata Steel schon Kunden in den USA?

    Tata Steel versorgt den US-amerikanischen Markt bereits seit 50 Jahren mit einer großen Auswahl an Stählen und Premium-Produkten, die so bei lokalen Anbietern nicht erhältlich sind. Aktuell verschiffen wir diese direkt aus den Häfen unserer Werke im niederländischen IJmuiden und englischen Newport. Mithilfe unserer umfangreichen Logistikexpertise transportieren wir das Material dann in alle Regionen der USA, auch in die großen Industriezentren des Landes.

    Welche Heraus-forderungen bringen Lieferungen in die USA mit sich?

    Die Häfen an den US-Küsten sind sehr teuer. Darum beliefern wir unsere Kunden über die Großen Seen. Für Stahllieferung in den Mittleren Westen der USA brauchen wir nicht nur internes Know-how über die amerikanischen Maßeinheiten und Stahlgüten, sondern auch zur Langstreckenverschiffung. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Seeweg über längere Zeiträume zugefroren sein kann. Letztes Jahr zum Beispiel waren die Großen Seen nach einer Rekordzeit von sieben Monaten erst im Juni 2014 wieder befahrbar. All dies führt dazu, dass bei uns die Bereiche Logistik, Lieferkettenplanung und Vertrieb eng miteinander und mit unseren Kunden zusammenarbeiten müssen, um zuverlässige pünktliche Lieferungen sicherzustellen.

    Welche Lösungen haben Sie gefunden, um diese Heraus-forderungen zu meistern?

    Der Sankt-Lorenz-Seeweg in das Landesinnere ist mit Abstand die effizienteste Route. Allerdings herrschen in dieser Region fast den ganzen Winter über Minustemperaturen, was die Schifffahrt riskant oder sogar unmöglich macht. Als Alternative steuern wir dann die Ostküste an und transportieren unsere Stähle von dort per Lkw und Bahn weiter. Dazu arbeiten wir mit US-Logistikpartnern vor Ort, die je nach Anforderungen unserer Kunden und den aktuellen Wetterbedingungen den Weitertransport übernehmen. Bei Dauerverträgen fahren wir in der eisfreien Zeit mit 3-4 Schiffen pro Monat und steigern die Frequenz im Oktober/November, um unsere Kunden vor den kritischen Wintermonaten zu versorgen.

    Was unternehmen Sie sonst noch, damit Lieferungen pünktlich beim Kunden ankommen?

    Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Versorgung auch bei zugefrorenen Seen noch zuverlässiger zu machen. Zum Beispiel nutzen wir verschiedene Häfen, damit wir die Stahllieferungen auf andere Orte verteilen können, wenn eine Region wetterbedingt nicht zugänglich ist. Außerdem optimieren wir laufend die zeitliche Abstimmung der Schiffsentladungen. Unser oberstes Ziel ist es, unsere Kunden pünktlich zu beliefern – unabhängig davon, wie das Wetter ist.

    Erfahren Sie mehr über unser Bandstahlportfolio (auf Englisch).